Schülerbesuch aus Gramsbergen 2017

Wie schon in den vergangenen Jahren kam auch in diesem Herbst wieder eine Schülergruppe der „Christelijke  Basisschool De Akker“ aus Gramsbergen zu Besuch an die Grundschule Laar. Dort erwartete die dritte Klasse gespannt ihre Gäste der Group 5. Der gemeinsame Vormittag stand vor allem unter dem Motto „Lernort Wald“. Zunächst wurden die 39 Schüler in drei Gruppen eingeteilt und durchliefen parallel drei Stationen: Eine Schulhausralley motivierte die Kinder zum Erkunden und gegenseitigen Kennenlernen. Herbert Eggengoor und Heinz Assen stellten den Schülern anhand des Infomobils der Kreisjägerschaft unterschiedliche Waldbewohner vor. Außerdem durften die Kinder Jagdhunde in Aktion erleben. Die Hundeführer Vera Niers und Hermann Kampert demonstrierten an und in der Vechte das Können ihrer Vierbeiner.  Nach einem gemeinsamen Frühstück wanderten die Kinder und ihre Lehrerinnen und Betreuer zum Schulwald am Vossland. Dort lernten die Schüler von Werner Diekmeyer auch spielerisch, wie die Ausbreitung des Waldes von Statten geht. Zum Abschluss durften alle den jungen Wald über kleine Trampelpfade auf eigene Faust erkunden oder vom neuverlegten Deich aus von oben bestaunen. Nach einem zügigen Rückmarsch mussten sich die Schüler schon voneinander verabschieden. Im Frühjahr 2018 findet der Gegenbesuch der Laarer Drittklässler in Gramsbergen statt, auf den sich schon alle freuen.

Die Aktion wurde durch die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unterstützt.

Spielend leicht Niederländisch lernen

Acht Grafschafter Grundschulen nehmen an Projekt „Sprich‘ deine Nachbarsprache“ teil
„Sprich‘ deine Nachbarsprache“ lautet der Name eines neuen Interreg-Projekts, bei dem seit diesem Jahr Niederländisch-Unterricht an acht Grundschulen im Kreis angeboten wird. Am Montag wurde das Projekt in der Grundschule Laar Vertretern verschiedener Kommunen vorgestellt.

Video  von Logo vom 07.11.2017

„Wie sagen sich Niederländer Gute Nacht“, fragt Lehrerin Lianne Zwaferink-Wemmenhove die Schüler der 2. Klasse der Grundschule Laar. Die Finger der Kinder schießen in die Höhe, beinahe alle wissen offenbar die Antwort. Als Pantomime darf jeder Schüler im Anschluss einen Begriff nachbilden und die anderen Kinder müssen das niederländische Wort dafür erraten. Die Mitarbeit macht den meisten sichtlich Spaß. Dass die Lehrerin den Unterricht spielerisch gestaltet, kommt gut an.
Die Teilnahme am Niederländisch- Unterricht ist freiwillig, den der Grundschullehrplan kennt bislang keinen Holländisch-Kurs. Gerade für die Grafschaft ist das ein großer Nachteil, meint Elsine Wortelen, Landesbeauftragte für deutsch-niederländische Beziehungen im Bildungsbereich. Sie ist für das Projekt „Sprich‘ deine Nachbarsprache“ verantwortlich. Die Niederlande sind nur einen Katzensprung entfernt. Im Alltag haben die Grafschafter ständig mit Holländern zu tun. „Wer die Sprache spricht, hat einen großen Vorteil. Als Kind lässt sie sich leicht erlernen. Umso älter die Schüler werden, umso schwerer fällt es ihnen“, erklärt die Landesbeauftragte den versammelten Kommunalvertretern in der Grundschule.
Insgesamt 16 Schulen nehmen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen an der Aktion teil. Acht davon aus der Grafschaft. „Unser Hauptanliegen ist es, qualifizierten Unterricht an deutschen Grundschulen anzubieten und Niederländisch-Lehrer aus- und weiterzubilden“, sagt die Landesbeauftragte. Zwar gab es bereits zuvor in der Grafschaft Holländisch- Unterricht für Kinder, allerdings vor allem für niederländisch- stämmige Jungen und Mädchen. Nun sollen alle Kinder daran teilnehmen können. Uelsens Samtgemeindebürgermeister Herbert Koers ist das wichtig: „Die Grenze trennt uns schon lange nicht mehr. Deshalb sollten auch alle Kinder zweisprachig aufwachsen.“ Mittel in Höhe von 2,6 Millionen Euro sind bereits bewilligt, mit denen der Unterricht und die Materialien bezahlt werden. Die Kosten trägt zur Hälfte das EU-Programm, der Rest verteilt sich auf die Kommunen, einen Ministeriumszuschuss sowie eine Finanzspritze der Sprachinstitution Nederlandse Taalunie. Elsine Wortelen hofft darauf, dass das Kultusministerium nach dem Ende des Projekts in vier Jahren die Kosten für Niederländisch- Unterricht komplett übernimmt. Ein Anliegen, das Emlichheims Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters unterstützt: „Das Projekt sollte nur ein erster Schritt hin zu einer festen Implementierung des Holländisch-Unterrichts an Schulen im Grenzgebiet sein. Die Kosten sollte eigentlich das Land alleine tragen.“ Bis es soweit ist, muss allerdings noch viel Überzeugungsarbeit in Hannover geleistet werden, meint Marike Vennegeerts, Leiterin der Grundschule in Osterwald, an der das Projekt ebenfalls seit einigen Monaten läuft. „Ich habe bereits mit Kultusministerin Frauke Heiligenstadt darüber gesprochen. Sie hat mir versprochen, sich wieder bei mir zu melden. Das ist aber schon sechs Wochen her, und eine Antwort steht noch immer aus.“ Grund dafür sei vermutlich, dass nur die Grenzregion Interesse an Niederländisch-Unterricht an Grundschulen habe. „Regionale Besonderheiten werden im Kultusministerium nicht berücksichtigt. Das ist traurig und sollte sich ändern“, meint Daniela Kösters.

Artikel und Bilder von Andre Stephan-Park aus den © Grafschafter-Nachrichten vom 17.05.2017

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